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Die Europäische Woche der Abfallvermeidung beginnt!

Genau genommen sind es 11 Tage: Vom 15. bis zum 25. November finden in Frankfurt zahlreiche Aktionen im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung statt.

Warum? Es gibt bereits viele Wege, mit denen wir Müll vermeiden und die gefährlichen Auswirkungen von Abfall für Mensch und Umwelt verhindern können. Diese sollen gezeigt werden und mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Wer? In Frankfurt zeigen zahlreiche Initiativen, Vereine und Unternehmen ihre Arbeit – vom Lerncafé über den Second-Hand-Laden bis zur FES sind viele dabei; natürlich auch gramm.genau!

Was? Ihr könnt basteln, reparieren, Filme gucken, Führungen mitmachen durchs Müllheizkraftwerk und vieles mehr… Alle Frankfurter Termine findet ihr unter fes-frankfurt.de/ewav  und unsere Events findet ihr hier:

Lauf-Event am 18.11.: Refill Run for the Planet

Wie könnt ihr Müll vermeiden beim Laufen? Wir zeigen es euch. Lauft mit auf 4 oder 8 km durch Frankfurt entlang der Refill-Trinkwasserstationen – wer möchte barfuss! Danach gibt es ein entspanntes Get-together mit Musik, Snacks, mehr Infos zum nachhaltigen Laufen und zum Leben ohne Plastik.

Treff an der Adalbertstraße 11 (unsere Baustelle… nach dem Lauf könnt ihr einen Blick rein werfen).
11 Uhr Lauf
12 Uhr Get Together mit Refill Frankfurt, Tarahumara Fans & gramm.genau

Bitte nehmt euch genug warme Sachen mit (könnt ihr während des Laufs auch bei gramm.genau lassen) und wer möchte zieht Barfuss-Schuhe an! Details zur Veranstaltung auf FB

Öffentliche Führung bei gramm.genau am 20.11. + 22.11.

Wir zeigen allen Interessierten unser Pilotprojekt zum unverpackten Einkaufen auf der Berger Straße 26. Wie funktioniert ein Einkauf ohne Plastikverpackungen? Und wie kann man einen Laden und Café nachhaltig betreiben?

Bei der Führung erfahrt ihr alles über ressourcenschonenden Konsum. Ihr könnt eure Fragen zum Leben ohne Müll stellen und auch ein paar Leckereien aus dem Sortiment probieren.

Treffpunkt im Main Gemüse auf der Berger Straße 26
Di, 20.11. um 18:30 Uhr
Do, 22.11. um 20:00 Uhr

Hier könnt ihr gern auch eure Fragen zu unserem neuen Standort in Bockenheim stellen.

 

Was gibts sonst noch Neues?

Update zum Umbau in der Adalbertstraße: Die Handwerker kommen

Wir ziehen bald mit unserem Lager für den Online-Shop in unsere neuen Räumlichkeiten. Zuerst müssen aber die Handwerker ran, denn es gibt noch einiges zu reparieren… wir halten euch auf dem Laufenden! Unser Café dürfen wir erst eröffnen, wenn die Genehmigung von der Bauaufsicht erfolgt ist – also 2019. Wir freuen uns schon riesig darauf!

Auf euren Wunsch jetzt im Shop: auslaufsicherer Iso-Becher

In der Winterzeit von ganz vielen gewünscht und gebraucht, um Suppe zu transportieren: ein Dichter Iso-Becher ohne Plastik. Wir haben ihn gefunden und in unser Sortiment aufgenommen. Er funktioniert super um das Mittagessen auslaufsicher mitzunehmen! Zum Becher im Shop

Vorschau: Weihnachten ohne Müll – was schenken?

Viele von euch haben uns nach Zero Waste Weihnachtsgeschenken gefragt. Der Klassiker ist der Geschenkgutschein. In Kürze wird es auch neue Geschenksets in unserem Online-Shop geben. Mehr wird noch nicht verraten ;) Und wer weiß, vielleicht machen wir noch eine kleine Adventsaktion mit Glühwein…

Wir wünschen euch viel Spaß in der Aktionswoche!

Euer gramm.genau-Team

 

 

Was kostet die Welt? Eine Ökobilanz und 5 Dinge, die wir tun können

Vom Acker auf den Teller, aus der Fabrik in die Hand: Woher kommen eigentlich die Dinge, die wir täglich konsumieren und wie viel kosten sie wirklich?

Alles, was wir konsumieren, wurde irgendwie hergestellt, geerntet oder abgebaut und zu uns transportiert. Vom Apfel bis zur Zahnpasta: Damit Konsumgüter zur Verfügung gestellt werden können, werden Ressourcen benötigt, z. B. ein Baum gepflanzt, gedüngt, gewässert, geerntet, die Ernte gewaschen, sortiert, verpackt und transportiert.

Wie viele Ressourcen entlang dieser Lieferkette verbraucht und wie viele Schadstoffe verursacht werden, ist je nach Produkt unterschiedlich. Sogar von Apfel zu Apfel kann das variieren, je nach Herkunft, Jahreszeit und Anbau-Art. Wenn wir die eingesetzen Mittel und die anfallenden Schadstoffe zusammenrechnen, erhalten wir die Ökobilanz – das heißt die Umweltkosten des Produkts.

Begriffs-Definition: Das Wort Ökobilanz steht für eine Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Produktes und seines Herstellungsprozesses auf die Umwelt.

Ressourcen schonen beim Einkauf

Ressourcenschonender Konsum bedeutet für uns, dass wir darauf achten, wie gut die Ökobilanz der Dinge ist, die wir kaufen. Hat der Apfel eine lange Reise hinter sich? Ist es ein Bio-Apfel? Wurde er lange im Kühlhaus gelagert? Ist gerade Juni und könnte ich nicht besser saisonale Erdbeeren kaufen?

Daumenregel bei Lebensmitteln: Regionale, saisonale, ökologische, frische, wenig verarbeitete Produkte haben die niedrigste Ökobilanz.

Mit der Ökobilanz können wir als Händler ausrechnen, welche Verpackung die nachhaltigste ist oder ihr als Kunden sehen, wie viel ihr von dem verbraucht, was auf der Welt vorhanden ist. Warum wir uns damit beschäftigen sollten? Die vorhandenen Ressourcen werden schlichtweg bald nicht mehr für alle reichen, wenn wir verschwenderisch mit ihnen umgehen.

Auch soziale Kosten spielen eine Rolle

Neben den Umweltaspekten entlang der Lieferkette eines Produkts müssen wir auch die sozialen Auswirkungen beachten: Wird den Landwirten ein faires Gehalt gezahlt? Gibt es auch vor Ort genug Grundnahrungsmittel oder werden die für den Export abgezogen? Landet die zugehörige Plastikverpackung als Müll im Meer und lässt dort Meerestiere verenden, sodass Fischer nicht mehr von ihrem Job leben können?

Eine nachhaltige Lieferkette schafft für alle an der Herstellung und Vermarktung beteiligten Akteure langfristig einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen. (vgl. UN Global Compact)

Was wir tun können

Hier sind fünf Dinge, mit denen wir direkt loslegen und unsere Ökobilanz verbessern können.

1) Weniger kaufen.

Konzept: Minimalismus

Worum geht es? Hier geht es um Bewusstsein – machen uns all die Dinge, die wir kaufen, wirklich glücklich? Wie viel benötigen wir, um zu überleben? Wie viel benötigen wir um Glücklich zu sein?

Wie mitmachen in Frankfurt? Konsumfreie Tage einlegen. Selbermachen statt kaufen. Zum Minimalismus-Stammtisch gehen

2) Weniger Müll kaufen.

Konzept: Zero Waste (Leben ohne Müll bzw. mit weniger Müll)

Worum geht es? Hier geht es um die Verpackungen von Produkten und um die Langlebigkeit von Produkten. Mehrweg schlägt Einweg!

Wie mitmachen in Frankfurt? Lebensmittel lose kaufen bei gramm.genau. Folgt unseren Tipps und Tricks für ein Leben mit weniger Müll auf Facebook, Instagram und unserem Blog.

3) Bio kaufen.

Konzept: Ökologische Landwirtschaft

Worum geht es? Beim ökologischen Anbau werden weniger Treibhausgase ausgestoßen, da keine Pestizide zum Einsatz kommen, Böden bleiben gesund, die Biodiverstität bleibt erhalten. Chemische Landwirtschaft ist gefährlich für unseren Planeten!

Wie mitmachen in Frankfurt? Beim Einkauf auf Bio-Produkte achten, saisonale und regionale Produkte kaufen, z. B. in Bio-Läden, SoLaWis, Food-Coop, Bio-Supermärkten, auf dem Markt. Informieren und Engagieren beim Ernährungsrat Frankfurt. Meldet euch an zum kostenlosen Workshop zu saisonaler Ernährung in Ginnheim.

4) Nachhaltigere Produkte erfinden.

Konzept: Kreislaufwirtschaft

Worum geht es? Wir müssen unsere Wirtschaft umstellen. Aktuell denken wir von der Produktion bis zur Müllhalde, in manchen Fällen auch an Recycling. Aber was wäre, wenn wir jedes Produkt von vornherein so bauen, dass nach seiner Lebenszeit daraus etwas Neues werden kann?

Wie mitmachen in Frankfurt? Fordert Hersteller auf, nachhaltigere Produkte anzubieten. Engagiert euch beim Verein Cradle 2 Cradle e.V.

5) Lebensmittelverschwendung stoppen.

Konzept: Resteküche / Kein Essen für die Tonne

Worum geht es? Damit die täglich durchschnittlich 2000 Kalorien, die wir in Form von Lebensmitteln zu uns nehmen, auf den Teller kommen, werden mehr als 4600 Kalorien an Lebensmitteln auf dem Acker angebaut – und am Acker, im Supermarkt, in Hotels, in der Gastronomie und im Haushalt weggeworfen.

Wie mitmachen in Frankfurt? Werft kein Essen weg. Engagiert euch beim Verein Shout out Loud. Lest das Resteküche-Buch.


Zusammenfassung dieser #Plastikfasten-Woche

Montag: Zähneputzen

Ein einfacher Wechsel von herkömmlichen Zahnbürsten auf Bambus-Zahnbürsten spart jede Menge Plastik! Die Funktionsweise ist dabei genau die gleiche. Zahnbürsten kommen ja irgendwie so oder so aus China, da kann man auch auf die Bambus-Variante umsteigen.

Für die Experimentierfreudigen haben wir noch eine Alternative zur Zahnpasta-Tube: Zahnpasta in Tablettenform! Die sogenannten Denttabs werden im Mund zerkaut und mit der entstandenen Masse putzt (oder wie die Hersteller sagen „poliert“) man sich die Zähne. Von bisherigen Kunden haben wir gehört, dass der Umstieg schwer fällt, aber sich vor allem für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch lohnt.

Die Denttabs gibt es natürlich bedarfsgerecht abgefüllt – für alle, die erstmal ausprobieren wollen, gibt’s das Mini-Glas. In unserem gramm.genau Online-Shop findet ihr außerdem eine besonders simple Version der Bambuszahnbürste ohne Farben und Lacke, die die Umwelt weniger belastet. Damit ihr die Zahnbürsten Zuhause dennoch auseinander halten könnt, sind sie mit verschiedenen eingefrästen Tiersymbolen erhältlich. gramm.genau kaufen und ausprobieren

Dienstag: Taschentücher

Mensch ist das kalt hier – haste mal ein Taschentuch? Spätestens jetzt geht’s mit #Plastikfasten zurück zum etwas altmodischen, aber doch häufig sehr hübschen Stofftaschentuch. Das könnt ihr aus Stoffresten auch einfach selbst machen. Nach Benutzung dann ab in die Waschmaschine. Bunte Tücher eignen sich übrigens auch super als Servietten (und sieht auch schöner aus am Tisch).

Eine plastikfreie Taschen-Tuch-Alternative bietet erstaunlicherweise Bambus. Smooth Panda produzieren Taschentücher aus Bambusfasern, die plastikfrei im Karton geliefert werden.

Einen anderen guten Tipp für unterwegs haben wir von Claudia (@nowaste1302) auf Instagram gefunden. Sie macht Feuchttücher für unterwegs selbst. Wasser abkochen, ein Teelöffel Kokos- oder Mandelöl dazu und in eine geeignete Box packen. Hält drei Tage und eignet sich super für Babyhaut.

Mittwoch: Bienenwachstuch statt Frischhaltefolie

Manche Menschen kommen beim #Plastikfasten wohl komplett ohne Frischhaltefolie aus. Für alle, die doch mal was einwickeln wollen, haben wir eine nachhaltige Alternative zu Frischhaltefolie, komplett aus abbaubaren Rohstoffen – und gut duften tut sie auch!

Die Erfindung heißt Bienenwachstuch und gibt es eigentlich schon ziemlich lange. Die Tücher sind durch den Wachs undurchlässig für Flüssigkeiten, aber trotzdem flexibel. Sie lassen sich mit der Körperwärme der Hand in jede Form bringen: als Haube für die Salatschüssel, als Papier für’s Pausenbrot, als Mantel für geschnittenes Gemüse (hält wirklich länger frisch!) oder als Unterlage beim Teig ausrollen.

Nach dem Benutzen können sie feucht abgewischt und wiederverwendet werden – ca. 2 Jahre lang. Stellt euch mal vor, wie viel Frischhaltefolie man in der Zeit verbrauchen würde!

So ein Bienenwachstuch lässt sich mit Hilfe eines Bügeleisens selbst herstellen oder ihr könnt das Bienenwachstuch in verschiedenen Größen in unserem gramm.genau-Online-Shop kaufen.

Donnerstag: Rasieren

Heute ein Tipp zum Geld sparen und #Plastikfasten für alle Menschen, die sich rasieren. Habt ihr schon mal von dem Köder-Haken-Trick gehört? Das ist ein Marketing-Trick, bei dem erst ein Grundprodukt (Drucker, Kaffeemaschine, Rasierer) sehr günstig verkauft wird und die hohen Kosten dem Verbraucher regelmäßig beim Zubehör entstehen (Druckerpatronen, Kaffeekapseln, Rasierklingen). Wir haben eine Alternative und die ist auch noch plastikfrei!

Es gibt einen Rasierer, der quasi unkaputtbar ist: den Rasierhobel aus Edelstahl. Er wird euch viele teure Plastikrasierer ersparen. Die Klingen zum Nachkaufen sind deutlich billiger, nur wenig verpackt (in Papier) und halten länger! Mit etwas Übung funktioniert der nicht nur für den Bart, sondern auch für Beine und Achseln.

Wo man sowas noch bekommt? Im Fachgeschäft – support your local dealer! In Frankfurt bekommt man eine sehr gute Auswahl im Bürstenhaus Frankfurt, dort gibt es auch plastikverpackungsfreie Rasierseifen zu kaufen und die Beratung ist exzellent.

Für alle, die Alternativen zum Rasierschaum suchen, probiert es doch mal mit Rasieröl oder Rasierseife oder macht euch Rasiercreme auf Sheabutter-Basis selbst – hat den Vorteil, dass ihr wirklich wisst, was drin ist und eure Haut nicht gereizt wird. Ein Rezept findet ihr bei smarticular.net.

Freitag: Deo

Körpergeruch? Deo! Ohne Plastik? Hm … schwierig. Fast alle Deos, selbst Naturkosmetik, finden sich in Plastikrollern, Spraydosen oder Pumpfläschchen aus Plastik. Was wäre eine möglichst nachhaltige Lösung zum #Plastikfasten? Vielleicht gar kein Deo mehr benutzen?

Wir haben im letzten Jahr bei unseren Zero-Waste-Selbermach-Workshops mit euch öfter Deo auf Natronbasis mit ätherischen Ölen hergestellt. Dafür braucht ihr auf jeden Fall einen leeren Deoroller, idealerweise von einem Deo, das ihr aufgebraucht habt. Aber auch der enthält im Deckel Plastik.

Wir haben jetzt noch eine andere Lösung gefunden: Deo im Glas. Haben wir direkt mal getestet. Ehrlich gesagt, muss man seine Achseln dafür lieb gewinnen, denn das trägt man direkt mit der Hand auf. Aber wenn man bedenkt, dass dort einige Lymphknoten zur körpereigenen Abwehr sitzen, lohnt es sich, sie zu schonen. In herkömmlichen Deos sind nicht selten schweiß-hemmende Aluminium-Chlorohydrate enthalten, die häufig in Zusammenhang mit Brustkrebs gebracht werden. Wir empfehlen in jedem Fall Naturkosmetik!

Wir haben im gramm.genau Online-Shop aktuell drei Deos im Glas zur Auswahl sowie Natron und Öle für Selbermach-Fans. Außerdem findet ihr noch das Starterset für ein plastikfreies Bad: Zum Shop

Samstag: Tipps und Bücher

Am Samstag waren wir für euch zur persönlichen Beratung am Stand von Home-Base Good.Food in der Kleinmarkthalle. Wir können den recht neuen Stand nur empfehlen, denn es handelt sich um ein sehr nachhaltiges Konzept, dass auf lokale bzw. regionale Produkte aus Hessen setzt. Dort bekommt ihr auch leckeren Salat im Glas.

Die abgebildeten Bücher findet ihr auch in unserem Online-Shop – sie haben uns den Einstieg in ein Leben mit weniger Müll sehr erleichtert! Zum Shop

5 Dinge, die du mit mit #Plastikfasten veränderst

Die zweite #Plastikfasten-Woche ist um. Zeit sich genauer anzugucken, was sich eigentlich verändert hat – oder besser gesagt, was du verändert hast!

1. Dein Konsumverhalten

Deine Perspektive verschiebt sich: Du bemerkst, welch eine zentrale Rolle Kunststoffe im Alltag spielen. Du kaufst bewusster ein: Jetzt vergleichst du Plastik- und Mehrwegverpackungen. Du machst dir Gedanken darüber, was du mit deinem Konsum auslöst. Du prüfst vorher, ob du Dinge wirklich benötigst. Du lässt dich nicht von Werbung und Mogelpackungen blenden und sparst so möglicherweise Geld. hier geht’s zum Blogbeitrag über #Plastikfasten und Geld)

2. Deinen Körper

Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du Mikroplastik im Blut – so wie 90% der Menschen in Europa. Warum ist das problematisch? Im Plastik sind sogenannte endokrine Disruptoren (EDCs) enthalten, die das menschliche Hormonsystem stören und mit Herzkreislaufkrankheiten, Übergewicht und Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Kannst du mit #Plastikfasten den Anteil von Mikroplastik im Blut reduzieren? Ja! In einem Experiment mit einer Familie, die einen Monat auf Plastik in ihrem Haus verzichtet hat, konnte bei allen Familienmitgliedern ein Rückgang des Plastiks im Körper von bis zu 80% nachgewiesen werden. hier geht’s zum Film

Es gibt noch einen weiteren Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf In-Plastik-Verpacktes und deiner Gesundheit. In 60% aller verpackten Lebensmittel findet sich Zucker; häufig auch Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Jetzt kaufst du mehr frische, lose Lebensmittel und ernährst dich so automatisch ein Stück gesünder (es sei denn du bist Stammkunde beim Kuchenbäcker ;).

3. Den Spaßfaktor

Klar ist #Plastikfasten zuerst eine Umstellung – je nachdem wie intensiv du das betreibst. Wir versuchen dir die #Plastikfasten-Zeit so schön wie möglich zu machen – in dem wir gemeinsam Tipps, aber auch Ärgernisse diskutieren, in dem wir jeden Tag eine Anregung posten und natürlich indem wir weiterhin unseren Haustürlieferservice per Lastenrad betreiben (hier geht’s zur Bestellung). Wer frisch auf dem Markt einkauft ist mehr draußen, wer den Brotbeutel mit zum Bäcker bringt, kommt irgendwie immer ins Gespräch, wer mit Familie oder Freunden frisch kocht, nimmt sich mehr Zeit füreinander. Und das Beste: Du musst nicht mehr so oft den Müll rausbringen!

4. Die Umwelt

Mit #Plastikfasten hilfst du der Umwelt an mehreren Stellen: Du produzierst weniger Müll, der (in Frankfurt) meistens verbrannt oder (in geeigneten Anlagen) energieintensiv recycelt werden muss. Du verbrauchst weniger von der endlichen Ressource Erdöl, aus der Plastik hergestellt wird. Du verhinderst, dass Plastikpartikel in dein Essen, deinen Körper, ins Grundwasser, ins Meer gelangen.

5. Den Handel

Die #Plastikfasten-Aktion wird immer häufiger von den Medien aufgegriffen. Indem du mitmachst, zeigst du, dass du mit dem bestehenden Angebot nicht zufrieden bist. Sogar große, wenig auf Nachhaltigkeit bedachte Unternehmen wie Rewe oder Edeka wollen Alternativen zur Plastikverpackung finden. Das ist die Logik des Marktes: Wenn etwas nicht mehr nachgefragt ist, wird es vom Markt genommen.

Veränderung beginnt also in deinem Einkaufskorb – aber das reicht noch nicht. Es braucht nachhaltige, innovative Unternehmen, die Vorreiter sind und alternative Verpackungsmöglichkeiten aufzeigen. Es braucht Menschen, die sich für Nachhaltigkeit engagieren – politisch, ehrenamtlich, unternehmerisch. Hier ein gutes Beispiel aus unserer Region: Die Online-Plattform place2help hilft nachhaltigen Projekten und Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet Unterstützer und Finanzierung zu finden.


Zusammenfassung dieser Plastikfasten-Woche

Montag: Briefkasten

Zum Start in die Woche ein Tipp, der euch jahrelang Müll sparen wird, ohne dass ihr viel dafür tun müsst. Einfach nur ein Schild an den Briefkasten kleben. „Bitte keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen“ sollte reichen – spart jährlich ca. 2,5 Kilogramm unbestellte Werbesendungen ein, von denen fast alle in Plastik verpackt oder beschichtet sind.

Wer ganz sicher gehen möchte, kann sich in die Robinsonliste aufnehmen lassen. Wer dort eingetragen ist, wird von den Listen der Werbe-Direktvermarkter gestrichen. Bei Katalogen und persönlich adressierter Werbung hilft leider nur, den Absender bzw. Hersteller darum zu bitten, die Werbung zu unterlassen. Da ist die Gesetzeslage doch recht altmodisch, wenn man es mit dem Internet vergleicht: Jede Werbe-Mail, die ich ungebeten erhalte, ist grundsätzlich als unerlaubte Werbung verboten. Warum gilt das nicht in der analogen Welt?

Dienstag: Seife

Schön soll‘s aussehen im Bad – wenn da nur die knallbunten Duschgelflaschen nicht wären! Wir empfehlen euch den Umstieg auf Naturkosmetik am Stück – sprich Seife – aus drei Gründen:

1. Verursacht weniger Müll. Bei uns bekommt ihr Seife lose, bei Duschgel werft ihr 11 Plastikflaschen pro Jahr weg.
2. Ist gesünder. Herkömmliche Duschgele können Mikroplastik sowie krebserregende und allergieauslösende Stoffe enthalten.
3. Hält länger. Duschgel besteht fast nur aus Wasser und ist schnell verbraucht. Seife hält im Durchschnitt fünf Mal länger.

Zur handgemachten Seife bei gramm.genau

Mittwoch: Milchprodukte

Plastikfreier Frühstückstisch … für uns sehr schwer, denn wir haben in Frankfurt leider keine plastikfreie pflanzliche Milch gefunden. Da heißt es also: Selbermachen! zu euren Tipps

Kuhmilch haben wir im Bioladen, im Käseladen und auf dem Erzeugermarkt bekommen, ebenso leckeren Joghurt. Auf den Gläsern findet sich das Kürzel „MMP“, das steht für Milch-Mehrweg-Pool, d. h. die Gläser werden mindestens 40 mal wiederverwendet, wenn ihr sie zurückgebt.

Aufgepasst: Nicht alle Molkereiprodukte im Glas kommen aus der Nähe. Der lange Transport im Glas (wiegt mehr als Plastik) kann, wenn man den gesamten Kreislauf von Plastik und Glas betrachtet, eine höhere CO2-Bilanz verursachen. Eine Studie gibt an, dass sich Glas nur bei einem Transportweg unter 400 km (bzw. in einer anderen Studie bis 800 km) rentiert.

Hier die Distanzen zu den Molkereien, die wir in Frankfurter Bio-Supermärkten gefunden haben: Schrozberger Milchbauern 166 km, Söbbeke 339 km, Andechser 428 km, Berchtesgadener Land 522 km. In der Käsestube – Gutes aus Milch gibt es übrigens Milch direkt aus dem Odenwald.

Schmeckt lecker mit unserem gramm.genau-Crunchy. hier geht’s zum Frühstücks-Mix

Donnerstag: Müllbeutel

Müllbeutel ohne Plastik … da kommen wir ins Grübeln. Die Bloggerin Bea Johnson schafft es, durch Müllvermeiden, Wiederverwenden, Kompostieren und Recyceln so gut wie gar keinen Restmüll zu produzieren. In einem Jahr hat ihre Familie gerade mal ein Einmachglas Müll produziert!

Wir dagegen brauchen immer noch die Mülltüte und haben uns gefragt, was für Alternativen es gibt. Einige Blogs empfehlen uns zur Tüte gefaltetes Zeitungspapier. Für nassen Müll ist das weniger praktisch. Andere nutzen nur kompostierbare Bio-Müllbeutel. Sind teils in der Produktion ressourcensparender, aber wenn sie im Restmüll landen, werden die letztlich auch nur verbrannt. Wieder andere nutzen gar keinen Müllbeutel und waschen ihren Mülleimer heiß aus.

Für uns der vorerst praktikabelste Tipp: Plastikverpackungen, die im Haushalt anfallen, als Mülltüten wiederzuverwenden, z. B. Toilettenpapierverpackungen. zu euren Tipps

Freitag: Einkaufsbeutel

#Plastikfasten – da darf die Kritik an der Plastiktüte ja nicht fehlen? Die sparen wir uns, schließlich wurde es oft genug gesagt, in einigen Ländern ist die Plastiktüte sogar verboten. Im Land Hessen, genauer gesagt auf der Berger Straße, gibt es eine tolle Erfindung: Taschenstationen, bei denen sich jeder, der seinen Einkaufsbeutel vergessen hat, bedienen kann und jeder, der 15 Jutebeutel zu Hause liegen hat, kann 13 davon für die Gemeinschaft abgeben. Tolle Idee!

Kurze Info zur Ökobilanz: Im Vergleich zur Plastiktüte muss eine Papiertüte mindestens 3 Mal, ein Baumwollbeutel mindestens 30 Mal wiederverwendet werden, um den Ressourceneinsatz in der Herstellung auszugleichen. Mal davon abgesehen landet Plastik in der Umwelt und bleibt dort bis zu rund 800 (!) Jahren, bis es zerfällt, während organische Stoffe schneller und ohne Umweltschäden in den Kreislauf eintreten.

Für unseren plastikfreien Lieferservice haben wir übrigens einen Jutekreislauf erfunden: Die Kunden bekommen ihre Bestellung per Lastenrad im Jutebeutel, der dann bei der nächsten Bestellung ausgetauscht wird.

Samstag: Lose und unverpackt einkaufen

Wie könnt ihr Müll beim Einkauf gar nicht erst entstehen lassen?

Lose bzw. unverpackt einkaufen! Das erfordert ein bisschen Vorbereitung, da man eigene Dosen, Gläser oder Stofftaschen (z. B. dünne Baumwollsäckchen für Lebensmittel) dabeihaben muss.

Wo könnt ihr in Frankfurt lose / unverpackt einkaufen?

+ Bei Bio-Läden und Mini-Märkten (Obst & Gemüse, Eier)
+ Bei unserem Lastenrad-Lieferservice (trockene Lebensmittel, Kosmetik, Haushaltsprodukte)
+ In Fachgeschäften (Käse, Fleisch, Aufstriche, Essig & Öl, Tee, Kaffee, Gewürze, Nudeln)
+ In Bäckereien und Backshops (Brot, Brötchen, Kuchen etc.)
+ Bei unserem Kooperationsladen Main Gemüse auf der Berger Straße (Obst, Gemüse, trockene Lebensmittel)
+ In der Kleinmarkthalle
+ Auf dem Markt (Obst, Gemüse, Eier, Käse und Milchprodukte)

Unser Tipp: Stellt euch ein Set an Behältnissen für den Wocheneinkauf zusammen, auf dass ihr jede Woche zurückgreifen könnt. Das ist einmal Aufwand, spart aber langfristig Zeit und Verpackung.